Knieps & Komm GmbH - Total Werksvertretung

Brandschutzpläne

Flucht- und Rettungswegpläne

Durch den Gesetzgeber sind heute in öffentlichen Gebäuden und Verwaltungen oftmals Brandschutzpläne, wie Flucht- und Rettungswegpläne vorgeschrieben. Die Erstellung erfolgt nach BGV A 8 bzw. DIN 4844-3:2003-09 und für Feuerwehrpläne nach DIN 14095:2007-05. Nicht nur die sinnvolle Anbringung sondern insbesondere das dahinter stehende Konzept sind im Ernstfall entscheidend.

Basierend auf der IST-Aufnahme vor Ort, entwickeln wir die Konzeption in Abstimmung mit Institutionen und Behörden. Anschließend erstellen, realisieren, platzieren und letztendlich überprüfen wir regelmäßig die ausgearbeiteten Brandschutzpläne.

Flucht- und Rettungspläne müssen eindeutige Anweisungen enthalten, wie sich die anwesenden Personen im Gefahr- oder Katastrophenfall zu verhalten haben und am schnellsten in Sicherheit bringen können.

Flucht- und Rettungspläne müssen aktuell, übersichtlich und mit Sicherheitszeichen nach DIN 4844/BGV A8 gestaltet sein. Aus dem Plan sollte ersichtlich sein, welche Fluchtwege vom jeweiligen Standort aus zu nehmen sind, um in einen sicheren Bereich oder ins Freie zu gelangen. Außerdem sind Kennzeichnungen für Standorte von Erste-Hilfe- Einrichtungen, die für die Brandbekämpfung freizuhaltenden Flächen, die Brandmelde- und Feuerlöscheinrichtungen, die Bedienungseinrichtungen der technischen Anlagen, sowie besonders brand-, explosions- oder anders gefährdete Räume in den Flucht- und Rettungsplan aufzunehmen.
In den Fluchtwegeplänen sind die Wege für Behinderte und alte Menschen besonders auszuweisen.

Zur sicheren Orientierung ist es wichtig, den Standort des Betrachters im Flucht- und Rettungsplan durch einen signalgelben Punkt zu kennzeichnen.
Soweit auf einem Flucht- und Rettungsplan nur ein Teil aller Grundrisse des Gebäudes dargestellt ist, ist in einer Übersichtsskizze die Lage im Gesamtkomplex zu verdeutlichen.
Flucht- und Rettungswegepläne sind an den Ausgängen/ Zugängen zum Gebäude, in Fluren zu den Treppenräumen an gut sichtbarer Stellen anzubringen.
Die Anforderungen der BGV A8 und die zugehörige Durchführungsanweisung, der Unfallverhütungsvorschriften „Sicherheits- und Gesundheitsschutz-kennzeichnung am Arbeitsplatz“ sind zu beachten.

Regelmäßige Prüfungen von Flucht- und Rettungsplänen sind entsprechend § 20 der BGV A8 (mindestens alle 2 Jahre) durchzuführen. Feuerwehrpläne für bauliche Anlagen nach DIN 14095:2007-05, 23. Juli 2007

Im Mai 2007 wurde vom Deutschen Institut für Normung e.V. die neue Norm DIN 14095 "Feuerwehrpläne für bauliche Anlagen" veröffentlicht.

Die allgemeinen Anforderungen wurden im Wesentlichen gegenüber der vorherigen Norm aus dem Jahre 1998 erweitert, die einzelnen Bestandteile eines Feuerwehrplans benannt, dessen Inhalte präzisiert und erweitert sowie die Ausführung der Pläne überarbeitet.

Die Feuerwehrpläne können von der Baugenehmigungsbehörde gefordert werden, zu den Bauvorlagen gehören sie jedoch nicht. Sie werden z.B. in der Industriebaurichtlinie und der Versammlungsstättenverordnung verbindlich gefordert. Auch bei Gebäuden, welche als Sonderbau eingestuft werden.

Feuerwehrpläne dienen zur Einsatzvorbereitung der Feuerwehr. Sie kann sich mit Hilfe der Pläne schnell orientieren und die Lage vor Ort beurteilen. Sie sind "vorbereitende Pläne für die Brandbekämpfung und für Rettungsmaßnahmen an Objekten." Feuerwehrpläne sind keine "Einsatzpläne". Einsatzpläne sind Objekt- oder ereignisbezogene Pläne Sie enthalten Hinweise für die Feuerwehr auf einsatztaktische Maßnahmen.

Bestandteile des Feuerwehrplans und deren Inhalte:

  • Allgemeine Objektinformationen (neu)
  • Übersichtsplan
  • Geschosspläne
  • Sonderpläne (neu)
  • zusätzliche textliche Erläuterungen (neu)

Die "Allgemeinen Objektinformationen" und "zusätzlichen textliche Erläuterungen" wurden vereinheitlicht und durch eine Mustervorlage standardisiert.

Sie enthalten in textlicher Form allgemeine Informationen in einer Übersicht. Diese sind im Wesentlichen: Bezeichnung, Anschrift und Nutzung des Objekts mit Ansprechpartnern und Telefonnummern. Es folgt noch ein Inhaltsverzeichnis. Die zusätzlichen textlichen Erläuterungen können gefordert werden.

In den Übersichtsplänen ist neu aufgenommen, dass Blitzleuchten, die Hauptabsperreinrichtungen für Wasser, Gas und Strom sowie Einspeisemöglichkeiten in Steigleitungen für Löschmittel und Löschanlagen sowie freiliegende Rohrleitungen und Rohrbrücken einzutragen sind.
Neben den üblichen Angaben wie Lage der Gebäude (mit betriebsüblichen Bezeichnungen) und Lagerflächen, angrenzende Straßen (mit Namen) und Darstellung der Nachbarschaft sind noch die Feuerwehrzufahrten, Aufstell- und Bewegungsflächen nach DIN 14090, festgelegte Sammelstellen sowie die Löschwasserentnahmemöglichkeiten darzustellen.
Zudem muss die Feuerwehr bereits beim Übersichtsplan die Lage der Brandmeldezentrale, Feuerwehr-Bedienfeld und Anzeigentableau, das Schlüsseldepot und das Freischaltelement erkennen können. Besondere Gefahren wie z.B. Transformatoren, Übergabestationen, elektrische Freileitungen sind ebenfalls darzustellen. Neben befahrbaren Flächen sind auch noch die nicht befahrbaren Flächen einzutragen. Werden für ein Objekt auf Grund der geringen Größe nur Übersichtspläne erstellt, müssen diese die notwendigen Angaben der Geschosspläne mit enthalten.

Inhalt der Geschosspläne:
Es sind neben den üblichen Angaben wie Geschoss- und Raumbezeichnungen, Feuer- und Rauchschutzabschlüssen (mit Anforderungen), Zu- und Ausgängen, Brandwänden und Treppenräumen (mit Angabe der erreichbaren Geschosse) auch besondere Angriffs- und Rettungswege (z.B. Rettungstunnel), Feuerwehraufzüge und Bedienstellen von brandschutz- und betriebstechnischen Anlagen (z.B. RWA-Anlage) darzustellen. Zudem müssen die Pläne auch alle Angaben zu Steigleitungen und Löschanlagen (ortsfest und teilbeweglich), Absperreinrichtungen für Gas, Wasser, Strom sowie Förderanlagen enthalten. Warnhinweise auf Räume mit haustechnischen Anlagen, Druckgasbehältern, gefährlichen Stoffen (mit Angaben der Art und Menge) müssen ebenso in den Plänen enthalten sein.

Sonderpläne:
Neu aufgenommen wurden so genannte "Sonderpläne". Diese sind Umgebungspläne, Detailpläne und Abwasserpläne. Ein Umgebungsplan kann bei größeren zusammenhängenden Liegenschaften mit großer Flächenausdehnung erforderlich werden. Dieser soll dann nur die Haupt- und Nebenzufahrten und die Bezeichnung der Gebäudeteile enthalten. Alle weiteren Informationen sollen auf den Übersichtsplänen erscheinen.
Detailpläne (zur besseren Darstellung von Details) können als Anlage zu den Geschossplänen erstellt werden (z.B. Ausschnitte oder Horizontal- / Vertikalschnitte). Die genaue Lage muss dann in einem Übersichtspiktogramm dargestellt werden. Abwasserpläne müssen bei den Gebäuden erstellt werden, bei denen durch eine baurechtliche Forderung eine Löschwasserrückhaltung erforderlich ist. Dazu müssen alle hierfür wesentlichen Angaben und Einrichtungen enthalten sein.

Zusätzliche textliche Erläuterungen:
Diese können evtl. Angaben zur Firmenspezifikation und Nutzung, zum Personalbestand und Arbeitszeiten, Kurzinfos zur Gebäudekonstruktion sowie Hinweise zu Löschanlagen und Löscheinrichtungen, Aufzügen, Server-Anlagen, RWA-Anlagen oder Energieversorgung enthalten. Es können auch weitere technische Besonderheiten erläutert werden.

Allgemeine Anforderungen
Feuerwehrpläne müssen genaue Angaben über den baulichen und anlagentechnischen Brandschutz im Gebäude, sowie Gefahrenstellen im und außerhalb des Gebäudes enthalten.

Sie müssen mindestens alle zwei Jahre von einer sachkundigen Person geprüft werden. Dies ist eine Person, welche durch "ihre fachliche Ausbildung, Kenntnisse, Erfahrungen und Tätigkeiten die ihr übertragenen Prüfungen sachgerecht durchführen und mögliche Gefahren erkennen und beurteilen kann."

Folgende brandschutztechnischen Einrichtungen sind nicht in den Feuerwehrplänen darzustellen: Selbsthilfeeinrichtungen, tragbare Feuerlöscher, Löschdecken, Brandschutzklappen, Brandmelder, Fluchtwegkennzeichen und Wandhydranten Typ S. Dies sind Wandhydranten, welche nur als Selbsthilfeeinrichtung gelten und nicht für die Feuerwehr zur Löschwasserversorgung dienen, da sie an die Trinkwasserleitung angeschlossen sind.